Tag 8: Abschied

Mit ein wenig Wehmut blicken wir auf eine erlebnis- und erkenntnisreiche Woche zurück und bedanken uns noch einmal ganz herzlich bei unserer Reiseführerin Haike und unserem Fahrer Yousri, auf die wir uns in jeder Situation verlassen konnten. Wir werden Israel und Palästina in guter Erinnerung behalten und hoffen mit den meisten Menschen hier auf einen dauerhaften Frieden.

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Tag 7: Gemischte Gefühle

Erster Programmpunkt des heutigen Tages war der Besuch der deutschen evangelischen Talitha Kumi-Schule, einer interreligiösen palästinensischen Gesamtschule in Bethlehem mit etwa 1100 Schülern, zu denen auch Kindergartenkinder und Fachoberschulstudenten gehören. Die Unterrichtssprachen sind Deutsch und Arabisch. Als Abschluss ist ein deutsches oder ein arabisches Abitur möglich. Nach der Vorstellung der Schule durch den Direktor Zaki Issa kam es zu einem regen Gespräch über die Situation der Christen in Palästina, ihr Verhältnis zu den Muslimen und die (Nicht-)Beziehungen zwischen Palästina und Israel. Die Spannungen waren auch bei diesem Meinungsaustausch deutlich zu spüren.

Besonders inspirierte uns in der durchaus an europäischen Standards orientierten Schule die Schulordnung.

Einen echten Kontrast stellte der Besuch der Großen Synagoge in Jerusalem dar. Wir erhielten einen Einblick in religiöse Riten und Praktiken des Judentums.

Nach einem Spaziergang über den Herzlberg, …

… wo wir auch die Gräber von Shimon Perez und Yitzhak Rabin fanden, …

… führte uns der Weg nach Yad Vashem, der internationalen Holocaust-Gedenkstätte im Westen Jerusalems.

Nach einer kurzen Einführung am Modell der Gedenkstätte, in deren Ausstellungsräumen das Fotografieren verständlicherweise nicht erlaubt ist, …

… folgten zunächst individuelle Besuche des Museums, das uns nachhaltig beeindruckte. Anschließend gingen wir gemeinsam zur Halle der Erinnerung, in deren Fußboden die Namen von 22 der berüchtigtsten Lager eingelassen sind. Den Abschluss bildete ein Gang durch das außerordentlich bewegende Denkmal für die Kinder, das den 1,5 Millionen im Holocaust getöteten jüdischen Kindern gewidmet ist.

Da heute unser letzter voller Tag in Israel/Palästina ist, hatten wir noch Gelegenheit, uns mit den Gewürzen und Früchten des Landes zu versorgen. Hier einige Eindrücke:

Der abschließende gemeinsame Rückblick nach dem Abendessen bestätigte nicht nur das Wechselbad der Gefühle am heutigen Tag, sondern auch die große Begeisterung aller Teilnehmer unserer Bildungsreise, an deren Gelingen viele beteiligt waren.

Tag 6: Im Namen des Herrn unterwegs

Vom Ölberg stiegen wir hinab, vorbei am ältesten und größten kontinuierlich genutzten jüdischen Friedhof der Welt …

… bis zur Kirche „Dominus flevit“. Von dort ging es weiter zum Garten Gethsemane, wo Jesus vor seiner Verhaftung in Todesangst betete, bevor er von Judas Iskariot verraten wurde.

Über die Via Dolorosa in der belebten Altstadt …

… erreichten wir gegen Mittag das Österreichische Hospiz, wo wir – etwas dekadent – Apfelstrudel und Wiener Kaffee genossen.

Zurück in Bethlehem besichtigten wir die Geburtskirche und mussten feststellen, dass auch hier angesichts der Massen der Gläubigen aus allen Ländern der Welt der Stressfaktor anstieg. Schubsen, Drängeln, Schimpfen – keinen Zentimeter weichen, wir sind jetzt geübte Pilger.

Die Geburtsgrotte selbst war dagegen eher unspektakulär.

Unser palästinensischer Reisebegleiter Mahoned erklärte uns in der nur hundert Meter entfernten Milchgrotte, dass Frauen, die sich ein Kind wünschen, den weißen Stein berühren und die kalkige Substanz essen sollten, damit sich ihr Wunsch erfülle.

Abschließend erzählte uns Mahoned aus seinem bereits bewegten Leben und über das Leben der Palästinenser im Westjordanland. Auf all unsere Fragen hat er uns sehr offene und persönliche Antworten gegeben. Die Freiheit der Palästinenser ist doch sehr stark eingeschränkt. Am eindrücklichsten zeigte sich das bei den Reisevorschriften im Hinblick auf das nur wenige Kilometer entfernte Israel: Nur Frauen über 50 und Männer über 60 Jahre dürfen ohne Beschränkungen einreisen.

Tag 5: Durch die Wüste – Qumran, Masada, Totes Meer

Auf unserem Weg nach Masada kamen wir durch ein von Beduinen besiedeltes Gebiet. Die Beduinen leben dort in ärmlichen Hütten und halten Kleinvieh.

Die Landschaft wird in Richtung Süden immer karger. Am Toten Meer hatten wir einen Blick auf die Höhlen von Qumran, wo im 1. Jahrhundert die jüdische Gruppe der Essener in abgeschiedenen Höhlen lebte. Eine Sensation war es, als 1947 ein Hirtenjunge bei der Suche nach seinen Ziegen auf Tongefäße stieß, die Schriftrollen aus dem Alten Testament enthielten, welche zu den ältesten erhaltenen Handschriften der Bibel gehören.

Obschon die Judäische Wüste bis ans Tote Meer heranreicht, wird mithilfe künstlicher Bewässerung Landwirtschaft betrieben, z.B. die Anpflanzung von Dattelpalmen.

Der Wasserspiegel des Toten Meeres sinkt beständig, während der Salzgehalt steigt.

Einige Beduinen verdienen sich ein Zubrot, indem sie „Reisen“ auf dem Wüstenschiff für Touristen anbieten, was wir uns natürlich nicht entgehen ließen.

Die bereits von den Hasmonäern erbaute Festung Masada wurde im 1. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung von dem römischen Klientelkönig Herodes ausgebaut, der vor allem das Interesse der ägyptischen Königin Kleopatra an der Herrschaft über Judäa fürchtete. Im Jahre 66 begann der jüdische Aufstand gegen die römische Fremdherrschaft in Israel. Nach der Zerstörung Jerusalems verschanzte sich eine Gruppe von etwa tausend Sikariern (benannt nach ihren Dolchen) auf dem Berg, der anschließend von den Römern unter der Führung des Feldherrn Flavius Silva belagert wurde. Nach dreimonatiger Belagerung ließ die Festung sich nicht halten. Die Juden, darunter viele Frauen und Kinder, wollten aber nicht in die Hände der Römer fallen und begingen gemeinsam Selbstmord. Heute ist Masada für die Israeliten DAS Symbol ihrer Freiheit.

Wir machten es uns leichter als die Römer und fuhren mit der Seilbahn hoch.

Oben erfuhren wir anhand eines Modells alles Wesentliche über den Aufbau Masadas.

Der Nordpalast des Herodes ist in drei Höhenebenen eingeteilt, die wir über viele Klettersteige erreichten.

Hier sieht man den Wall, über den die Römer sich der Festung näherten.

In der Mitte des folgenden Bildes erkennt man Überreste eines römischen Belagerungskastells.

Den Abstieg absolvierten wir in vierzig Minuten zu Fuß.

Den Abschluss bildete ein Besuch am Toten Meer, das 428 m unter dem Meeresspiegel liegt (tiefster Punkt der Erde) und keinen Abfluss besitzt. Der Salzgehalt ist sehr hoch und das Wasser soll außerordentlich gesundheitsfördernd sein.

Tag 4: Eine Stadt – drei Religionen

Von Bethlehem fuhren wir über die Grenze nach Jerusalem, wo unser Busfahrer Yousri uns durch enge und steile Gassen ins Zentrum brachte. Erster Besuchspunkt: Die Klagemauer.

Anschließend feierten wir in der Dormitiuskirche eine Heilige Messe. Von Priestermangel war angesichts von ca. zwanzig Zelebranten und Konzelebranten nichts zu spüren.

Nach einem Kurzbesuch am Grab Davids …

… warfen wir noch einen Blick auf das mächtige Gemäuer der Dormitiuskirche von dem Dach eines Nebengebäudes.

In Jerusalem versuchen die Religionen sich jeweils deutlich voneinander abzugrenzen. Aber auch innerhalb der Religionen gibt es klare Abgrenzungen.

Auf dem Tempelberg ist „Ungläubigen“ der Besuch der al-Aqsa-Moschee ….

… und des Felsendoms untersagt.

Nach dem Besuch des Tempelbergs haben wir im arabischen und christlichen Teil der Altstadt den Suq (Markt) besucht ….

… und waren völlig überrascht, als wir plötzlich vor der Grabeskirche standen.

In der Kirche ging dann alles drunter und drüber: Treppen, von denen wir nicht wussten, wohin sie führten, Sackgassen, Baustellen, brüllende Ordner verschiedener Konfessionen, dazwischen fromme Gläubige, die sich auf ihr Gebet konzentrieren wollten.

Am Ende des Tages war uns aus eigener Anschauung klar, wie schwierig die Situation in Israel und speziell in Jerusalem ist. Unser kurzer Rückweg nach Bethlehem führte uns wieder an der streng bewachten Mauer vorbei, die Israel und Palästina trennt.

Tag 3: Tempelgesellschaft, Bahai, Drusen, Römer und Kreuzritter

Nach einem ergreifenden Sonnenaufgang ….

… klappte es leider wieder nicht mit dem Seewandel. Aber Petrus meinte es heute gut mit uns, sodass wir bei stets gutem Wetter unser Programm in Angriff nehmen konnten, das uns zunächst nach Haifa führte, wo sich im 19. Jahrhundert die deutsche Tempelgesellschaft ansiedelte.

Im 19. Jahrhundert gingen auch die Bahai im Norden Israels ins Exil und errichteten in Haifa die beeindruckenden Bahai-Gärten.

Oben angekommen bot sich uns ein herrlicher Blick über den Hafen von Haifa. In der Mitte des Bildes befindet sich – natürlich rein zufällig – ein amerikanischer Flugzeugträger…

Das konnte unserer guten Laune aber keinen Abbruch tun.

Unsere Mittagspause verbrachten wir in dem Drusendorf Daliyat al Karmal im Karmelgebirge, wo eine Frau uns zeigte, wie man Laffa herstellt.

Auch sonst gab es leckere Kleinigkeiten zu essen.

In Caesarea tauchten wir in die römische Kultur ein. Neben einem Theater …

… fanden wir Überreste römischer Bäder, des grandiosen Hafens, eines Hippodroms und natürlich „die Wasserversorgung“!

Einige Mädchen ließen sich von der Atmosphäre anstecken und übten sich als Wagenlenkerinnen.

Nachdem die Stadt während der muslimischen Eroberung zerstört worden war, wurde an ihrer Stelle von den Kreuzrittern eine Festung errichtet, von der jedoch nur noch ein Tor erhalten ist.

Den krönenden Abschluss des Tages bot eine Fahrt durch Tel Aviv nach Jafo (Jaffa). Dort steht auch die Kirche St. Petrus an der Stelle, von wo aus der Schlüsselträger seine Reise nach Rom antrat.

Im Rahmen eines Strandbesuchs fanden wir noch Zeit für ein abschließendes Gruppenfoto.

Inzwischen sind wir in Bethlehem/Westjordanland angekommen, wo wir (ganz anders als Maria und Josef) eine Herberge im „Paradise“ gefunden haben.

Tag 2: Auf den Spuren Jesu

Nach einer erholsamen Nacht in unserer „Jugendherberge“ …

… führen wir mit einem Holzboot auf dem See Genezareth, wo wir – wohl wissend, dass ein Seewandel ohne entsprechende Anleitung nicht zum Erfolg führen würde – einen Volkstanz aufführten.

Anschließend besuchten wir Armen im Geiste die Kirche der Seligpreisungen.

In der Kirche der Brotvermehrung konnten wir Mosaiken aus dem 4./5. Jahrhundert bewundern.

Anschließend haben sich einige Gläubige vor unseren Augen im Jordan taufen lassen. So mutig waren wir angesichts der riesigen Welse, die wir im Wasser sahen, nicht.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in Nazareth …

… besichtigten wir drei Kirchen, die der Verkündigung des Herrn Gewicht sind.

Auf dem Weg durch Nazareth erhielten wir auch einen Einblick in die komplizierte Situation des Landes mit seinen verschiedenen Volksgruppen und Religionen.

Den Abschluss bildete ein Besuch im Kibbuz unserer Reiseleiterin, wo vor allem „ihre“ 300 Kühe es den Schülern angetan haben.

Israel-Reise des Gymnasium Marianum

Zum ersten Male unternehmen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Marianum zusammen mit Lehrern und Angehörigen des Lingener „Forum Juden Christen“ eine Bildungsreise nach Israel. Mit dieser Seite wollen wir unsere Mitschüler und Angehörigen zu Hause über unsere Erlebnisse informieren.

Tag 1: Anreise mit Herausforderungen

Pünktlich um 2.59 Uhr fuhren wir in Meppen ab, um den Flieger ebenso pünktlich um 7.40 Uhr nach Tel Aviv zu bekommen. Ankunft in Ben Gurion: 12.48 Uhr Ortszeit.

Die Passkontrolle gefiel den Offiziellen so gut, dass sie sie auf zwei Stunden (!!) ausdehnten. Dann jedoch stiegen wir zuversichtlich in den Bus , der uns zu unserer heutigen Destination, dem See Genezareth, bringen sollte. Unterwegs bemerkten wir, dass man auch in Israel gerne im Stau steht: Vier Stunden Fahrtzeit für 140 km sind da nichts! Auch Hupkonzerte in Tunneln gehören offensichtlich zur landesüblichen Folklore. Ein freundlicher Autofahrer, der uns gefährlich die Vorfahrt genommen und den Zorn unseres grandiosen Busfahrers auf sich gezogen hatte, revanchierte sich mit Frischobst, das während der Fahrt die Seiten wechselte.

Im Hostel angekommen, wurden wir soeben mit einem üppigen Büfett für die doch etwas abenteuerliche Anreise entschädigt und hoffen, nach einer erholsamen Nacht fit für einen weiteren Tag voller neuer Eindrücke zu sein!